Es wird immer nur gejammert. Die Medien kennen seit Tagen und Wochen kein anders Thema, alle reden die Krise hoch und provozieren damit und deshalb fast unweigerlich das, was eigentlich alle verhindern wollen: eine Rezession. In der Schweiz scheint es, das an allem UBS Schuld ist und im speziellen sind es die unerhörten Abzocker-Boni. Die Diskussion verlagerte sich vom Rettungspaket für UBS zu den Boni der Manager hin zu den an sich schon indiskutablen Anwürfen von Herrn Steinbrück (dem eine schöne Nacht sicher wieder einmal gut tun würde, damit nicht aller Frust über seine Abstinenz zum Sprungbrett für seine verbalen Entgleisungen wird).
Wo bleibt eigentlich die nüchterne, sachliche und themenorientierte Information? Alles muss erlebbar, vulgo emotional, aufbereitet werden, da es sonst wohl nicht einmal die Hälfte interessiern würde: das Rettungspaket war eine Unterstützungsmassnahme (da UBS wohl auch ohne Unterstützung weitergelebt hätte und nicht bankrott gemacht hätte, wie es die Wörter: Rettung und Nothilfe suggerieren) und Steuergelder dürfen nur so genannt werden, weil es der Staat ist, der die MCN's über 6 Mrd. gezeichnet hat (was man auch ganz nüchtern als Finanzanlage bezeichnen kann, die einen entsprechenden Ertrag (12.5%) generiert und nur mit einem mittlefristigen Horizont eingegangen wurde). Die Nationalbank kann ohnehin mit ihren Geldern machen, was sie für richtig hält, solange sie sich innerhalb des von der Gesetzgebung gegebenen Rahmens bewegt und ihr Ziel, die Stabilisierung der Schweizer Wirtschaft, nicht aus den Augen verliert.
Wer sind eigentlich die Manager? Ist ein Teamleiter ein Manager oder gehören nur Mitglieder des General Management Boards dazu? Und was heisst schon Bonus?
Die Unternehmen wurden aller Wahrscheinlichkeit nicht gefragt, was sie darunter Verstehen; einzig ein undifferenziertes und ethymologisches Verständnis wurde, wie Herr Vasella zu Recht beklagte, in populistischer Art und Weise breitgetreten und kolportiert.
Wenn Herr Levrat verlangt, dass alle Boni gestrichen würden, realisiert er in seiner B...heit offenbar nicht, dass dies gleichbedeutend ist mit der Streichung eines 13. Monatslohnes resp. einer Gratifikation. Diese bilden einen Teil des Lohns (Bonus ist auch ein, wenn auch variabler, Lohnbestandteil, nicht ausschliesslich eine Belohnung). 'Zigtausend Arbeiter, die, wenn sie nicht in einer Bank arbeiteten in einer Gewerkschaft organisiert wären, würden einen wichtigen Teil ihrer Einkünfte verlieren!
Ich denke, es besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass Anreizsyteme, die darauf abzielen, kurzfriste Gewinnmaximierung zu betreiben und die Haltung "après moi le déluge" gelich mitliefern, falsch und unzeitgemäss sind (Bsp. feste Anteile an Eigenhandelsgewinnen werden als "Bonus" ausbezahlt). Erst damit wurden Zahlungen an Mitarbeiter möglich, die die 2stellige Milionengrenze überschritten haben.
Was die Geschäftsführer und Manager in hohen Chargen betrifft, muss man sich dennoch die Frage gefallen lassen, wem mit hohen Gehältern geschadet wird? Zunächst und direkt eigentlich nur den Aktionären, die es an sich in der Hand haben, dagegen etwas zu unternehmen. Diese Gehälter werden aber alle versteuert und tragen damit ein zweites Mal zur Finzierung des Staates bei. Der Staat und "Steuerzahler", der Otto-Normal-Verbrauchen profitiert also eher als dass er unter der Abzokkerei leidet (überhaupt, wer wird eigentlich "abgezokkt"?). Da komme ich wieder zum Thema weiter oben, zur Emotionalität: es geht hier offenbar nicht darum, Benachteiligte und Schwächere zu schützen sondern um blanken Neid!
So, das musste mal gesagt werden.
M.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen