Nach dem sehr aufschlussreichen Duell zwischen Ségo & Sarko ist die Lage alles andere als klar (…alle Klarheiten beseitigt;-)
Die Argumentationslinien von Mme Royal scheinen klar solange sie von ihren persönlichen Vorstellungen und Ansichten ausgeht. Alles andre schiebt sie elegant auf den Diskurs zwischen den Sozialpartnern ab oder äussert sich gar über den Stil ihres Gegenübers. M Sarkozy seinerseits hat meist eine klare Meinung traut ihr aber nicht wirklich, denn er muss immer alles mit irgendwelchen Zahlen untermauern. Statt eine "Niederlage" einzugestehen wirkt er arrogant, unnahbar und beleidigend.
Auf der einen Seite also "Gleichmacherei", geprägt von einem sehr starken Gerechtigkeitssinn allerdings mit eher wenig konkreten Vorstellungen dessen, was es hiesse, diese vagen Vorstellungen in konkrete Taten, Projekte und Programme umzusetzen, auf der anderen Seite Absichtsbezeugungen der eher ungehobelten, rücksichtslosen, ja fast unhöflichen Art (insbesondere Minderheiten gegenüber) die auf diese Weise bestimmt nicht einer Verbesserung und Unterstützung der Kommunikation zwischen Bürger und Staat und zwischen den Bürgern untereinander dienlich sind jedoch nicht einer gewissen Kohärenz und Klarheit entbehren. Grosse Unterschiede zeigten sich für mich insbesondere im Bereich der Weiterentwicklung der EU, im Bereich der alternativen Energien, der Förderung der Eigenverantwortung und damit Freiheit jedes einzelnen im kulturellen-, bildungs- und wirtschaftlichen Bereich.Wie kann jemand vom Staat Verantwortung gegenüber seinen Bürgern fordern, wenn derselbe Bürger, der, nota bene, integraler Bestandteil dieses Staates ist, diese Verantwortung nicht einmal für sich selbst zu übernehmen weder bereit noch in der Lage ist?

Ich versuche mir gerade vorzustellen, was ich getan hätte, wenn mich der Staat dazu gezwungen hätte, meine Kinder bereits mit drei Jahren in eine staatliche Aufsichtsstelle (kann in diesem Alter ja wohl noch kaum Schule genannt werden) abzugeben, wie dies gefordert wird. Da zwänge mich der Staat ja geradezu meine Wahlfreiheit zwischen Selbstverwirklichung und kindsgemässer Erziehung aufzugeben. Überhaupt, weshalb muss sich eigentlich der Staat um die Erziehung und Ausbildung kümmern?
Wir haben zwar eine Schulpflicht, das heisst ja aber noch lange nicht, dass der Staat die schule selbst führen muss: Eine Kontrolle über die Einhaltung dieser Verpflichtung verbunden mit einer Qualitätsüberprüfung in Bezug auf die Resultate und minimalen Rahmenbedingungen der jeweiligen Schulen sollte doch vollauf genügen. Ich bin überzeugt, private Institutionen kämen mit wesentlich weniger Mitteln als der Staat heute dafür ausgibt zu wesentlich besseren Resultaten. Dadurch, dass Eltern in die Verantwortung für die Schule ihrer Kinder miteinbezogen werden, entstehen sogar bessere Schulen.
Soviel für heute, mal sehen was sich sonst noch alles tut.
M.