Mittwoch, 9. Mai 2007

Wahlen und Kultur

Frankreich hat gewählt: es ist Sarkozy. Die Gefahr der zusätzlichen Stärkung des Staates ist zumindest geringer. Durch die Betonung der persönlichen Verantwortung jedes Einzelnen wird auch jeder als eigenes Individuum besser wahrnehmbar und damit auch die Unterschiede. Denn: Ist es nicht das, was das Leben spannend macht? Unabhängig von der Zugehörigkeit oder "Nicht-Zugehörigkeit" eines Individuums muss doch jeder für sich wahrgenommen werden können. Die Gleichmacherei, Schubladisierung eines Menschen, Kategorisierung, Zuordnung zu einer Religionsgemeinschaft, Ethnie oder gar Nationalität als Unterscheidungsmerkmal von Menschen ist denkbar ungeeignet um dem Gehalt, der Persönlichkeit und Eigenheit einer Person gerecht zu werden.


Als Ausfluss dieser Einzigartigkeit ist die kulturelle Schaffenskraft eines Menschen anzusehen. Diese erstreckt sich natürlich weit über das, was man gängigerweise unter Kultur versteht. Ich verstehe hier unter Kultur all das durch den Geist eines Menschen Geschaffene: das fängt bei den Auswirkungen im weitesten Sinne seiner Gedanken an, geht über alles von ihm Erschaffene hin zu der typisch menschlichen Freiheit.


Diese so verstandene Kultur, sich äussernd im Kulturleben im engeren Sinne (Theater, Musik, bildende Kunst, Literatur, Architektur etc.), in der Ausübung des Glaubens, in der Bildung, in den Medien, im Sport etc. stellt sich damit einzig in den Gegensatz zum Staat (siehe auch meinen Beitrag vom 4.Mai) und zum Wirtschaftsleben, doch davon später.



Bis bald


M.

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